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Für das neue Hauselternpaar erfüllt sich ein Wunschtraum
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Sr. Astrid Lehmann verantwortete für 10 Jahre die Hausleitung

Wenn der Sehnsuchtsort zum Lebens- und Arbeitsort wird

Erstellt von Sr. Christine Killies + Henning Siebel |

Iris Rößler und Markus Pohlschröder leiten das Haus „Mutter Eva“ als Hauselternpaar und lösen damit Sr. Astrid Lehmann ab.

Die Hausleitung für unser Ferien- und Gästehaus „Mutter Eva“ auf Juist ist seit dem 1. Januar 2021 neu besetzt. Dabei gibt es gleich in zweifacher Hinsicht ein Novum: Erstmals erfolgt die Leitung nicht mehr durch eine Friedenshort-Diakonisse und außerdem nicht mehr solo. Iris Rößler und Markus Pohlschröder leiten das Haus „Mutter Eva“ als Hauselternpaar. Im Interview mit Öffentlichkeitsreferent Henning Siebel erzählen sie, wie man auf eine solche Idee kommt.

Hatten Sie zuvor schon eine besondere Beziehung zu Juist oder zum Meer allgemein?

M. Pohlschröder: Juist war seit meiner frühen Kindheit in jeden Sommerferien das Urlaubsziel. Die Liebe zur wunderschönen Insel habe ich jedoch auch als Erwachsener bewahrt. Gerne zum Beispiel von meiner Heimat Dortmund aus für verlängerte Wochenenden. „Meine“ Insel ist ein Ort zum Auftanken, zum Kraftschöpfen und ein Ort, an dem die Natur über den Menschen herrscht und nicht umgekehrt.

I. Rößler: Es war tatsächlich immer ein Traum von mir, ein Haus am Meer zu bewirtschaften. Im Zuge meiner Fortbildung zur Heilpraktikerin verbunden mit der Vision eines „Heil-Hauses“, in dem Menschen wieder Kraft und Energie für ihren Alltag tanken können. Nun ist dieser Traum tatsächlich wahr geworden.

Dennoch ist es ja noch ein ganz anderer Schritt, sich auf eine solche spezifische Stelle zu bewerben und Juist zum Lebens- und Arbeitsort zu machen. Was gab den Anstoß dazu?

M. Pohlschröder: Eine überstandene sehr schwere Erkrankung hat mich vor rund fünf Jahren sehr nachdenklich gemacht und meinem Leben eine komplett neue Richtung gegeben. Dazu gehörte auch die Frage nach meiner Zukunft als selbständiger Finanzdienstleister. Mit Frau Rößler begann dann das Schmieden von Zukunftsplänen und wir waren uns einig, als wir das Stellengesuch gesehen haben: Das ist es! Schon immer habe ich gerne mit Menschen zu tun gehabt, mag die Begegnung und den Austausch. Zudem habe ich große Freude an handwerklichen Dingen. Und dazu dann noch Juist! Ich hätte einige Zeit zuvor ein Angebot wahrnehmen können, als Bankkaufmann auf Juist zu arbeiten – im Nachgang bin ich nun froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch etwas „kalte Füße“ bekam, um dies anzunehmen. Nun das Haus „Mutter Eva“ zu leiten, empfinde ich als Riesenchance und richtigen Schritt.

I. Rößler: Ich bin gelernte Hotelkauffrau, habe mich zusätzlich wie eingangs erwähnt als Heilpraktikerin für Psychotherapie fortgebildet und war bis vor kurzem kaufmännische Angestellte für das Schloss Heidelberg. Auch bei mir was es ein Warnsignal meines Körpers, welches mir Mut gemacht hat, meinen Lebensweg zu überdenken. Und dann gab es diese Ausschreibung des Friedenshortes für die Hauseltern auf Juist und das hat uns beide sofort angesprochen. Es gibt im Leben nicht so oft das Gefühl, nun genau das Richtige zu tun, aber hier stellte sich ein solches Gefühl sofort ein! Wir hatten ein sehr nettes Vorstellungsgespräch bei Sr. Christine und Herrn Hadem und waren richtig fasziniert von der menschlichen Atmosphäre im Friedenshort. Später lernten wir auch Frau Riegas-Chaikowski kennen und auch von ihr fühlten wir uns auf Anhieb willkommen.

Der Start erfolgte im bestehenden Lockdown, also ohne den normalen Gästebetrieb. Wie empfinden Sie das?

M. Pohlschröder: Also zum intensiven Kennenlernen der Wohnungen war das gar nicht so schlimm. Wir konnten mit Sr. Astrid, die uns ja noch über etliche Wochen begleitend mit zur Seite stand, alles in Ruhe besprechen, vor allem die vielen kleinen Details: Was kann ich wo kaufen, welche Dienstleister und Handwerker sind zu empfehlen usw. Dies hat uns enorm geholfen. Außerdem konnten wir so schon erste kleinere Veränderungen in den Wohnungen vornehmen, was im vollen Gästebetrieb nicht machbar gewesen wäre.

I. Rößler: Das ist auch mein Empfinden. Wir haben zum Beispiel mit unserer Idee begonnen, die unterschiedlichen Wohnungen inseltypischer zu gestalten. Große Leinwandbilder mit Motiven von Strand, Meer, Dünen, Wellen sollen das zusätzlich unterstreichen. Die Farben des Friedenshortsterns greifen wir dazu auf. Ebenfalls hat ein großes Stück Treibholz, das wir vom Strand mitgebracht haben, nun einen neuen Platz vor dem Haus gefunden. Darauf habe ich ein Holzsegelboot platziert, das einen neuen Anstrich in rot, gelb und blau bekommen hat. Zusammen mit dem von Markus ausgesägten Friedenshortstern werden nun so die zukünftigen Gäste begrüßt – auf diese freuen wir uns schon sehr!
 

Vielen Dank, liebe Sr. Astrid!

Genau 10 Jahre hat Sr. Astrid das Ferienhaus „Mutter Eva“ auf der schönen Nordseeinsel Juist geleitet. Sie trat damals die Nachfolge von Sr. Gisela Otte an. Mit viel Phantasie und Geschmack hat sich Schwester Astrid um die Ausgestaltung der Ferienwohnungen gekümmert. Gespräche und das Wohl der Gäste waren ihr immer wichtig. Eine besondere Freude waren ihr die Besuche aus der Schwesternschaft. Zeitweise gehörte sie zum Kirchenvorstand der Inselgemeinde und gestaltete so das Gemeindeleben aktiv mit. Für ihr großes Engagement in diesen Jahren möchten wir ihr herzlich danken und wünschen ihr für den Ruhestand den Segen Gottes im Kreise der Schwesternschaft. Möge Gott sie gesunderhalten und begleiten. (Sr. Christine Killies)

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